• Isabell

Überraschender Besuch - Ein Wochenende unter Frauen

Updated: Aug 31

Das erste Mal alleine wohnen und das auch noch relativ weit weg von zu Hause, stellt nicht nur eine Herausforderung für mich dar. Gerade meiner Mutter fiel es anfangs schwer, dass ich als jüngstes Kind der Familie, als erstes ausziehe (zumindest erstmal für ein Jahr :D). Daher wurden von Anfang Urlaube eingeplant, um mich hier zu besuchen. Gerade in den grauen Monaten des letzten Jahres, war dies eine riesige Hilfe, denn Corona und der gefühlt ständige Lockdown nagten auch an meinen Nerven. Ich bin daher sehr dankbar, dass sich nicht nur meine Mutter, sondern auch mein Freund die Zeit und den Weg auf sich genommen haben, um mit mir hier in Warschau etwas Zeit zu verbringen. Normalerweise hatten wir solche kleinen Urlaube immer geplant, doch Ende August entschied sich meine Mum relativ spontan mich nochmal zu besuchen.

Gesagt und getan! So kam meine Mutter mich vom Donnerstag den 29. August bis Montag den zweiten September noch einmal besuchen. Sie übernachtete in einem Hotel ca. 30 Minuten vom Zentrum entfernt im Stadtbezirk Mokotów, wo auch ich ab Freitag meine Nächte verbrachte.

Am Tag ihrer Anreise fuhren wir zu allererst zum Hotel, um zum Einem ihr Gepäck abzulegen und zum anderen etwas zu entspannen. Schließlich hatte sie 8 Stunden an Fahrt hinter sich und ich 8 Stunden von Arbeit. Nach einer Stunde machten wir uns auf dem Weg, um die Gegend rum ums Hotel etwas zu erkunden. Es war relativ still und die meisten Gebäude die um uns herum waren, waren entweder Firmensitze oder Botschaften. Die Atmosphäre war dementsprechend ruhig abends. Nach unserem kleinen Spaziergang entschieden wir uns, in einem kleinen Restaurant etwas zu essen, danach machte ich mich wieder auf dem Weg zurück zum DPJW, da ich am Freitag ja wieder arbeiten musste.

Glücklicherweise durfte ich am Freitag etwas früher Schluss machen und so traf ich mich dann am späten Mittag mit meiner Mutter zusammen an der Mall im Stadtzentrum. Zusammen verbrachten wir erst Zeit damit, ein Paar Schuhe für mich zu suchen, da meine Alltagsschuhe so langsam durchgelaufen waren. Danach machten wir uns auf den Weg zur Altstadt und spazierten dort durch die Gassen.

Die Altstadt gehört wahrscheinlich zu meinen Highlights von Warschau. Durch seine idyllische und warme Atmosphäre, bringt sie in mir immer wieder ein Gefühl der Freude und Leichtigkeit in mir hervor. Durch meine Tandempartnerin konnte ich bereits meiner Mum ein paar Kleinigkeiten zu Statuen und Denkmälern erklären. Nachdem vielen Stunden vom umgucken und spazieren gehen, entschieden meine Mum und ich uns dazu essen zu gehen, aber nicht nur irgendwo. Wir entschieden uns, für ein kleines Restaurant in der Altstadt in dem polnische Hausmannskost serviert wurde.

Am Samstag beschlossen wir, zum Kulturpalast zu fahren, um dort mit dem Fahrstuhl auf den Balkon zu gehen, denn auch wenn ich schon länger hier in Warschau lebe, kam ich bis jetzt irgendwie nicht wirklich dazu

Nach mehreren Stunden Wartezeit konnte wir die Aussicht auf Warschau genießen und das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Der nächste Standort den wir besuchten, war das Geldzentrum der polnischen Nationalbank. Hier konnten wir eine überwältigende Ausstellung zum Thema Geld und Finanzen besichtigen.

Der Eintritt ist kostenlos und die Ausstellung mit seinem interaktiven und kreativen Design auf jeden Fall einen Besuch wert!

Danach fuhren wir an das Ufer der Weichsel, hier spazierten wir noch etwas den Fluss entlang, während die Sonne unterging. Als wir Hunger bekamen, entschieden wir uns für eins der Bootrestaurants. Die Atmosphäre war relativ entspannt und sehr gesellschaftlich, was wohl größtenteils daran lag, dass es sich hierbei mehr um eine Bootsbar, als hauptsächlich ein Restaurant handelte. So genießten wir den Abend und fuhren wieder zurück ins Hotel.

Am Sonntag dem 1. August, welcher als Nationaler Gedenktag des Warschauer Aufstands (falls ihr diesen Teil der polnischen Geschichte noch nicht kennt, dann schaut hier vorbei) gilt, hatten wir keine großen Pläne mehr.

Zuerst fuhren wir in den Stadtbezirk Saska Kępa, wo ich meiner Mutter die Francuska Straße, als auch den nahen gelegenen Park zeigte. Nach einem Eis, machte wir uns auf den Weg über eine der Brücken zum anderen Weichselufer. Leider war uns ab da, das Wetter nicht mehr

hold und so begaben wir uns vor Schutz des Regens ins Planetarium. Dieses besitzt eine interaktive Ausstellung rund um unsere Sterne und Technologien im Weltall. Fast alle Monitore haben eine Übersetzungsfunktion, so dass diese auch auf Englisch zu lesen sind. Das Planetarium gehört zu dem Kopernikus Wissenschaftszentrum in Warschau, am Sonntag haben wir es nicht mehr geschafft dieses zu besuchen, aber es steht definitiv noch auf meiner To-do List drauf! J

Auf dem Abend machten wir uns relativ früh auf den Weg zurück zum Hotel. Durch den Gedenktag und seine Tradition wurden die Straßen schnell voller. An diesem Tag werden an die Opfer des Warschauer Aufstands mit Hilfe einer landesweiten Schweigeminute um 17:00 Uhr, als auch mit dem Läuten der Glocken von Kirschen und den Sirenen des Katastrophenschutzes erinnert.

Am Tag darauf machte sich meine Mutter wieder auf dem Weg nach Hause.

Für mich war es nicht nur Mal wieder ein abwechslungsreiches, sondern auch sehr schönes Wochenende und fühlte sich etwas nach Urlaub an.

Ich hoffe, ich konnte euch hiermit ein paar interessante Orte in Warschau etwas näherbringen. Falls ihr ein paar meiner Lieblingsorte kennenlernen wollte, dann schaut doch hier vorbei!