• Ida

Frankfurt/Słubice – Die Doppelstadt an der Oder

Frankfurt Oder und Słubice zählen wohl zu den bekanntesten Städten an der deutsch-polnischen Grenze – zu Recht! Wir waren dort, um uns das Leben in der Doppelstadt mit der großen internationalen Universität direkt an der Grenze genauer anzuschauen und haben neben der Stadt auch viele nette Menschen, die dort wohnen, kennengelernt!

Zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten der Stadt Frankfurt/Oder findet ihr bald einen eigenen Artikel, heute liegt der Fokus eher auf der Nähe und Gemeinschaft der beiden Städte Frankfurt und Słubice.

Die beginnt schon geographisch betrachtet: Die deutsche Stadt Frankfurt und das polnische Słubice sind über eine lange Brücke über die Oder miteinander verbunden – man kann also einfach von einem Land ins nächste spazieren. Jetzt in Corona-Zeiten braucht man zwar gegebenenfalls einen negativen Schnelltest dafür, trotzdem ist die Brücke wohl DAS Symbol für die deutsch-polnische Bindungen, die hier so stark scheinen wie kaum an einem anderen Ort. Es gibt sogar einen Bus, der über die Grenzbrücke fährt. Auch sonst nimmt man Frankfurt und Słubice kaum als separate Städte wahr, akzeptieren die Läden und Restaurants in Słubice doch oft auch den Euro und die in Frankfurt die polnischen Złoty. Damit ist auch schon der größte Unterschied der beiden Stadthälften erklärt – die Preise. In Słubice bekommt man vieles deutlich günstiger als in Frankfurt – Wohnungen, Lebensmittel, Haushaltswaren. Deutsche Grenzstadtbewohner/-innen fahren deshalb oft zum Einkaufen über die Grenze. Dementsprechend gibt es sogar eine „Zigarettenmeile“ direkt hinter der Brücke in Słubice, in dem billige Tabakwaren angeboten werden! Davon abgesehen wirken die beiden Städte aber fast, als seien sie nur eine, abgesehen von einem Schild, das den Grenzübergang markiert, nimmt man die Grenze zwischen den Ländern kaum wahr. Gespräche in polnischer und deutscher Sprache klingen gleichermaßen durch die Straßen und die Universität ist ein Tummelplatz für deutsche, polnische und internationale Student/-innen, vor allem in den Kultur- und Geisteswissenschaften. Zusätzlich zu den rund 58.000 Einwohner/-innen der Stadt beherbergt Frankfurt/Słubice ca. 6000 Student/-innen, die Universität ist der größte Arbeitgeber der Stadt. (Bald kommt noch ein extra Artikel über die Uni ;)) Den niedrigen Bevölkerungszahlen entsprechend ist die Atmosphäre in der Stadt familiär und gemütlich, man kennt sich untereinander und nimmt sich gerne auch Zeit für einen entspannten Plausch. Die vielen Student/-innen bringen neue Ideen und frischen Wind in die Stadt, beispielsweise durch das Kulturprojekt „Słubfurt“, einer Art Gemeinschaftszentrum mit Bar, Imbiss und Urban-Gardening-Fläche oder die Wohngemeinschaft „Hier fängt Europa an'', die der gemütlicheren Variation eines besetzten Hauses ähnelt.


Begeistert haben uns auf unserem Ausflug aber vor allem die Menschen, die wir in der Stadt kennengelernt haben: Wir haben sowohl einen unserer Vorgänger, als auch eine unserer Nachfolgerinnen kennengelernt, die beide in Viadrina studieren. Über Marcin, den Freiwilligen des DPJWs von letztem Jahr, und was er jetzt macht, könnt ihr nächste Woche mehr lesen. Und Maja, die nächste Freiwillige des DPJWs, werdet ihr auch bald selbst kennen lernen… ☺