• Isabell

I’m sorry, what do you mean? - Zusammenfassung über das Leben im Ausland


Ihr wart doch sicherlich mit euren Eltern schon mal im Urlaub und bestimmt auch mal im Ausland, wo die meisten Einwohner eine komplett andere Sprache sprechen, sei es nun Spanien, Frankreich, Italien oder auch Polen. Stellt euch dies für 6 Monate lang vor und mit Arbeit natürlich :D.


Das Leben im Ausland ist nicht unbedingt einfach, vor allem nicht ohne Sprachkenntnisse. Der wöchentliche Einkauf war anfangs mehr ein Ratespiel, ob man nun wirklich Sahne oder doch den Schmand erwischt hat. Aber die wichtigen Dinge lernt man schnell verstehen. Wörter wie Apfel, Eier, Milch, Brot, etc. sind mittlerweile in mein Gehirn gebrannt und auch wenn sie nicht unbedingt immer hilfreich im Alltag sind, so geben sie zumindest eine super Vokabelübung ab. Auch der Satz: ,,I’m sorry, what do you mean‘‘ ist wahrscheinlich mittlerweile mein meist benutzter Satz, um meinen Gegenüber klar zu machen, dass ich mehr als nur eingeschränkte Polnisch-Kenntnisse habe. Zum Glück habe ich mein großes Sicherheitsboot PNWM, denn hier reden so gut wie alle deutsch und haben immer ein offenes Ohr für mich.

Man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen und das erste Mal alleine zu leben und dann auch noch im Ausland ist eine riesige Herausforderung. Von dem Verwalten des eigenen Geldes über das Wäsche waschen, bis hin zum Ordnung halten, ohne das die Eltern einen daran immer erinnern und gleichzeitig noch versuchen, sich annährend gesund zu ernähren, verbraucht sehr viel Zeit und Energie im Alltag. Auch dies merke ich täglich, denn ein Tag wirkt kürzer als der andere. Das Wochenende nutze ich dann dementsprechend ganz für mich. Wenn man am gleichen Ort lebt an dem man auch arbeitet, fällt es anfangs etwas schwer, wirklich abzuschalten, aber sich immer wieder daran zu erinnern, dass nun Schluss ist und der Rest auch noch warten kann, war eine große Hilfe, gerade wenn man durch die Schule noch daran gewöhnt ist, sonntags seine Hausaufgaben für Montag zu erledigen, oder sich zu treffen, um für einen Test zu lernen.

Meine wahrscheinlich größte Herausforderung hier ist: Kontakte finden. Denn Corona hat alles nochmal komplizierter gemacht als sowieso schon. Wo sonst eine Menge Möglichkeiten wären, wie abends einer Tanzschule beizutreten oder seinen Polnisch Unterricht in Person zu haben, bleibt nichts wirklich übrig. Meine Kontakte beschränken sich nun wirklich nur noch auf die Arbeitskollegen in meinem Büro, den Kassierern im Supermarkt und Telefonkontakt zu meiner Familie und meinem Freund.

Trotz aller Schwierigkeiten bin ich mehr als glücklich, diese Chance angenommen zu haben. Denn ich merke wie ich von Tag zu Tag wachse und immer wieder etwas Neues über mich lerne. Zum Beispiel, dass, egal wie sehr ich mich zwinge, Lesen wohl nie wirklich mein Ding wird und wie gut Sport tun kann, um einfach mal seinen Stress abzubauen und wie stolz ich auf mich sein kann, einfach nur ich zu sein.