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"Rausgehen wie Zablocki aus der Seife" - Eine Geschichte des Scheiterns vor 150 Jahren

Wer träumt nicht vom posthumen Ruhm? Damit die Geschichten seiner oder ihrer Leistungen über Jahrhunderte hinweg erzählt werden, damit sein oder ihr Mut, ihr Unternehmertum, ihre Schönheit, ihre Intelligenz oder... ein schrecklicher geschäftlicher Misserfolg gelobt wird?


Cyprian Franciszek Zablocki, ein uriger Gutsbesitzer in Rybno bei Sochaczew, wurde Ende des 18. Jahrhunderts geboren. Er träumte davon, ein großes Vermögen anzuhäufen. Er kam auf die Idee, Seife zu produzieren und zu verkaufen. Das Konzept schien perfekt zu sein, denn Seife wurde zu dieser Zeit immer beliebter. Früher wurde sie nur zum Waschen und Reinigen von Wunden verwendet; erst im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Körperwäsche damit unter den Europäern.


Unser Held, ein aufstrebender Seifenmagnat, wollte sein Produkt ins Ausland exportieren. Die Ware sollte auf einen Lastkahn verladen und die Weichsel hinuntergetrieben werden. Um so viel wie möglich zu verdienen, beschloss Zablocki, keinen Zoll zu zahlen. Zu diesem Zweck entschied der Gutsherr, als das Schiff die Grenze zu Preußen erreichte, dass die Ladung, in vermeintlich versiegelten Kisten, ins Wasser geworfen werden sollte. Der Kahn fuhr ab und schleppte die an ihm befestigte Ladung für die Zöllner unsichtbar mit. Es schien, dass der Plan gelungen war, aber leider stellte sich nach der Ankunft in Danzig und dem Öffnen der Kisten heraus, dass keine Seife darin war. Es hatte sich im Wasser aufgelöst. Zablocki verlor sein gesamtes investiertes Geld, aber, um ihn darüber hinwegzutrösten, wurde er zum Helden einer bis heute populären polnischen Redewendung. Seine Geschichte wurde und wird als Warnung für andere erzählt. Bis heute bedeutet ""Rausgehen wie Zablocki aus der Seife"", unerwartete Verluste zu erleiden, statt zu gewinnen.