• Isabell

Von Osterfeuer zur Halloween-Party bis zum Straßenfest


Dorffeste gehören für mich wohl zu den schönsten Sachen, die das Dorfleben an sich hat. Ich habe viele Erinnerungen an die Zeiten, in denen ich mich mit Schulfreunden getroffen habe, wir auf ein Fest gegangen sind und danach bei einem von uns übernachtet haben.

Doch was genau ist ein Dorffest und was macht es so besonders?

Ein Dorffest ist ganz einfach erklärt: Ein Fest, das in einem Dorf stattfindet und vom Dorf organisiert wird bzw. von einem bestimmten Teil des Dorfes. Die meisten Feste wurden bei uns zum Beispiel von der Feuerwehr organisiert. In jedem Dorf gibt es natürlich andere Traditionen, aber bei uns sah es dann so aus, dass es zu Ostern das Osterfeuer gab, im Sommer dann das Sommerfest, im Oktober eine Halloween-Party und im Winter ein Winterfest. Jeder diese Veranstaltungen hatte dann nochmal seine eigene kleine Besonderheit. Beim Osterfeuer gab es ab 22 Uhr ein großes Feuerwerk, bei der Halloween-Party einen Gruselwald und im Sommer konnten man mit Feuerwehrmännern und –frauen mit einem Schlauchboot über die Havel fahren (einem Fluss, der durch unser Dorf fließt).

Das Konzept war einfach: Es gab einen großen Platz, in dessen Mitte ein Feuer war und auf dem sich 1-2 Getränkestände, ein Bratwurststand und eine kleine Tanzfläche mit DJ befanden.

Doch neben diesen Feuerwehrfesten, die meistens sogar Leute aus den Städten unserer Region anlockte, gab es auch kleinere Veranstaltungen. In meinem Teil des Dorfes gab es zum Beispiel das Straßenfest. Unser Straßenfest war immer eine Veranstaltung, die am ersten Juli-Wochenende stattfand und von mittags bis spät nachts ging. Eingeladen waren alle, die in unserer Straße leben und ihre Freunde und Verwandten. Am Morgen wurde das Zelt aufgebaut, dann wurde ausgeruht und ab 14 Uhr versammelten sich die ersten Menschen zu Kaffee und Kuchen. Ab 16 Uhr fanden kleine Wettbewerbe statt, wie Hufeisenwerfen, Hula-Hoop-Reifen-Wettbewerb, Dickmacher-schnell-essen-Wettbewerb und so weiter. Am späten Nachmittag kam dann der DJ und baute alles auf. Von da an konnte man sich bei ihm auch Getränke holen. Gegen 19 Uhr wurde dann der Grill aufgebaut und es gab für jeden Bratwurst. Nach dem Abendessen wurden dann die Sieger:innen der Wettbewerbe geehrt und es gab kleine Präsente als Gewinne.

Doch was genau ist jetzt so besonders an diesen Festen?

Zum einen hatte ich das Glück, dass meine Eltern mit beiden Arten von Festen viel zu tun hatten. Mein Vater ist, schon seit ich denken kann, bei der Freiwilligenfeuerwehr dabei und hilft immer bei einer der Getränkebuden aus und das Straßenfest haben mein Vater und meine Mutter sich selbst ausgedacht, als sie neu in die Straße zogen und sich mehr Gemeinschaft in der Nachbarschaft gewünscht haben. Seitdem organisieren sie es jedes Jahr.

Dazu kommen die schönen Erinnerungen. Gerade als Kind, wenn man mit seinen Freunden herumtollen konnte und noch begeistert war von einer Schlauchboottour, oder den Gruselwald auch noch gruselig fand, ging jedes Fest schneller vorbei als man gucken konnte.

Und zu allerletzt: Die Gemeinschaft, auch wenn die Feuerwehrfeste etwas größer waren als andere Veranstaltungen. Man kannte doch irgendwie jedes Gesicht und lief keine zwei Meter weit, ohne schon von der nächsten Person begrüßt zu werden, oder man traf ganz zufällig jemanden aus der Schule, mit dem man nicht gerechnet hat. Die Atmosphäre, egal auf welchem Fest, war immer lebendig, warmherzig und aufregend.

Ich hoffe, mein kleiner Einblick von meinem Leben auf dem Dorf hat euch gefallen!

Falls ihr euch noch mehr für Dörfer interessiert und etwas Geschichte euch gefällt: Schaut doch gerne bei dem Beitrag von uns zu Bamberg an. Dafür klickt einfach hier!